Über mich

Mein Bild
Paint a picture, clear cut and pale on a cold winters day, shapes and cool light wander the streets, like an army of strays on a cold winters day. Will you let me romanticize the beauty in our London skies? You know the sunlight always shines behind the clouds of London skies.

Dienstag, 29. Mai 2012

Die Gedanken fahren Bus.

 
Und an den Busfenstern sieht man noch die Kalkflecken der Regentropfen von den letzten Wochen. Sie hängen da ganz erstaunt, so als könnten sie es selbst kaum glauben, dass sich das Wetter plötzlich um 180 Grad gedreht hat und plötzlich ganz London eher wie Italien aussieht. Die vielen kleinen Gassen (die mich dann natürlich besonders angezogen haben) , die saunaartige Temperatur im Zimmer, Eisverkäufer an allen Straßenecken (mit den schrecklichsten Eismann-Songs der Welt), die Sonnenanbeter auf allen möglichen sich anbietenden Grünflächen (optional auch Grauflächen), die Outfits sind aber  noch sehr englisch: zeig mehr, trag weniger und vor allem: bloß nicht bequem, aber fashionable. Ist nicht immer mein Fall, aber den Mut der Engländerinnen muss ich bewundern, oder ist es auch manchmal purer Leichtsinn? Das sei mal dahingestellt.
Heute wehte dann auch so toller Wind, sodass man die Hitze kaum gespürt hat. Habe allerdings meinen Strohhut getragen, aber immerhin hält er so gut am Kopf, dass ich ihn kaum abnehmen musste. Spannendes Detail! Ich und mein Strohhut, wir hatten einen wunderschönen freien Freitag zusammen. Ich hatte den ruhigsten, friedlichsten und angenehmsten Nachmittag, der möglich ist in London. Ich bin in den geliebten Norden gefahren, zum Highgate Cemetery. Die allerbeste Entscheidung an einem heißen Tag wie heute. Der ganze Friedhof ist von Bäumen umgeben und umstellt. Alte Bäume, und ganz viel Efeu und sonstiges Unkraut. Die Gräber werden dort sich selbst und Mutter Natur überlassen. Man zahlt 3 Pfund Eintritt, 2 wenn man eine Freiwilligenkarte als Studentenkarte tarnt. Das ist nicht viel wie ich finde, und man bekommt einen stillen, friedlichen Spaziergang umsonst dazu. Und den ein oder anderen Blick auf eine bekannte Persönlichkeit. Allen voran natürlich Herrn Sozialist Karl Marx und seine Familie. Ein riesen Marx-Kopf auf’m Grab und viele tote Bewunderer, die neben ihm liegen wollten. Auch heute kann man dort noch die letzte Ruhe finden, wenn man denn das Geld dazu hat. Die 1 Pfund teure Karte zeigt die Gräber der Bekanntheiten und erklärt die Grabsteinsymbole. Wenn zwei sich umschließende Hände abgebildet sind zum Beispiel, ist das vor allem ein Zeichen von Ehepartnern, dass man bald wieder vereint sein wird. Ich zeig euch nachher ein paar Fotos von meinem kleinen Ausflug. Und auch von dem 2. Ausflug der letzten Woche. Mit dem Y zum Arundel Castle, das ist im Südwesten, weil London so unglaublich verkehrsintensiv ist braucht man 3 Stunden hin. Wir hatten super Wetter und die Oldies waren begeistert vom hübschen Dorf, Ulla und Ich sind mitgetigert ins Schloss, wo noch heute der Duke wohnt mit seiner Familie (nur eben nicht da, wo die Touristen sind, zumindest nicht zur selben Zeit). Danach hielten wir eine kleine Pfingstandacht in der Kirche nebenan. Nicht in der riesen Kathedrale, die etwas fehl am Platze wirkt, in einem Mini-Dorf…
Langsam aber sicher arbeite ich meine To-Do-Liste wirklich noch ab! Habe auch schon viele Pläne für wenn meine zwei Muckelchens noch einmal vorbeikommen im Julei :)
Was meine ansonsten durchweg gute Laune trübt ist diese Uni-Sache. Bäh! So so so viele Steine und Steinchen im Weg! Das macht doch keinen Spaß so. und dazu die andauernde Frage: Wohin mit mir? Ich fühle mich rastlos und noch nicht bereit. Ich will noch in London bleiben. Das Leben hier ist so einfach. Meine Aufgabe verstehe ich und mag ich und kann ich und ist wunderbar. Ich kenne mich aus hier. Finde mich im Neuen zurecht, in der Stadt, im Tube- und Bussystem, in der Sprache, in der Unterschiedlichkeit der Gegenden/Menschen/Situationen. Das alles wieder neu zu beginnen, neue Leute kennen zu lernen, eine neue Stadt, Student sein, das wirkt im Moment einfach so anstrengend. Also lasse ich mich weiter in London treiben und genieße das schöne Wetter, hoffe, dass am Ende einfach alles gut wird und so ausgeht, wie ich das möchte. Träumen darf man ja noch.
Am Wochenende hau ich erst mal ab, ich entfliehe den Feierlichkeiten des Diamond Jubilee’s der Queen. Das ist etwas ganz ganz seltsames. Gesprächsthema Nummer 1 und es gibt KEIN Schaufenster, keine Straße und keinen Ort in London, der nicht blau/weiß/rot bemalt und in Union Jack Flaggen gehüllt ist. Eine Faszination, die man als deutsche Staatsbürgerin wohl nie ganz verstehen kann. London zeigt Flagge und spielt komplett verrückt. Überall werden Tea Parties beworben, Partyartikel verkauft, Supermärkte haben ganz spezielle Queen Angebote, es scheint als wäre es das Ereignis, auf welches die Engländer seit Jahren hinfiebern. Und nicht die Olympischen Spiele, die noch mehr als zuvor in den Hintergrund zu rücken scheinen. Wohin ich aber abhau, um zurcük zum Thema zu kommen? Nach Nordirland!! Folgende Stops: Belfast – Coleraine – Lurgan – Belfast. Eine Nacht an jedem Ort und dank der 2 extra Feiertage wegen der Queen geht das alles ganz locker mal so zwischen durch. Ach, ich freu mich schon, werde Jasmin besuchen und bei Peter abhängen und irische Luft schnuppern, nur kälter soll es leider wieder werden :(
Nun denn, adios amigos, auch nach diesem langen, anstrengenden Tag muss ich nochmal arbeiten, bei einer Sitzung teilnehmen. Ich würd eigentlich lieber duschen und den Zigarettengeruch des Hausbesuches abwaschen, aber das muss jetzt erst einmal warten!
Kuss und Gruß!
Brixton versuchts bunt!

 Friedl meine Friedhofskatze ist mir auf Schritt und Tritt gefolgt.



Karl Marx liegt hier!
und der Author des "Hitchhiker's Guide to the Galaxy", hier links.
Kreative, neue Gräber und daneben, auf weiter Fläche:




Auch hier kann London seine multikulturelle Seite nicht weglassen.



Freundliche Anti-Atomwand auf dem Rückweg zur U-Bahnstation Archway.

Das meine ich. Mit den Kalkflecken und den Flaggen. Oxford Street + Buschaos.

Welcome to Arundel! Sogar meine Bank sieht hier hübscher aus...

Arundel Castle!

Lina würde jetzt schimpfen "Das ist ja schief! und du hast was abgeschnitten!". Aber ich mag die Blumen :) xx

Plinzessinnenturm.

Eigentlich haben wir ja das Klo gesucht, biegste um die Ecke, siehste das.

Da hat wohl jemand zu viel Geld...

Ja, der Duke of Norfolk ist das.

Ich bin so badass. Habe ein Foto aus der Burg gemacht, wo man keine Fotos machen darf. BAM!

niedlich

Kirche unseres Services, halb anglikanisch, wenn man weiter vor geht dann plötzlich römisch-katholisch

Tea Party danach. Ungewöhnliche Location. Oder? :D

Die prächtige Kathedrale.




Dienstag, 15. Mai 2012

Little Numbers.

Ich glaube, ich denke nicht richtig. Ich plane in schlaflosen Nächten schon meine Abreise. „Die eine Jacke, die hast du doch seit Monaten nicht mehr angezogen, die lässt du hier.“, „Mist, wieso sind Bücher so schwer und wieso hab ich mir schon wieder eines gekauft?“ oder „Poster, die Poster von diesem einen schönen Museumsshop, die musst du noch kaufen.“. Wieso denn jetzt schon? Genau auf den Tag sind es noch 2,5 Monate, das ist doch ordentlich Zeit, oder? Aber dabei muss man bedenken, dass jedes Wochenende bis Mitte Juni schon durchgeplant ist.
Letztes Schubertkonzert, Kindergottesdienst, Tagesausflug mit der Y zum Arundel Castle, Trip nach Nordirland um Jasmin und all die andern Pappnasen zu besuchen, Trip nach Edinburgh, Besuch von Cousine Leni + Freunde, nächster Besuch von Lisa und Lisa, Olympia, EM.
Und dann frägt schon jeder nach, wann es denn losgeht bei mir, was ich nachher anstelle, ob ich mich auf zu Hause freue. Die ehrliche Antwort heißt eigentlich schon ja, aber wie so oft im Leben kommt im gleichen Satz danach, ihr denkt es euch, das „aber“. Ich bin so gerne hier. Ich will nicht weg. Ich mag meine Arbeit sehr. Meine Aufgabe. Meine Stadt. Meine alten und jungen Freunde. Mein Zimmer. Mein Hotel.
Meine lieben alten Freunde schicken mir schon Abschiedskarten. Sagen, sie werden mich vermissen. Ich werde beim Programm fehlen. Schade, dass ich keinen Vortrag mehr halte. Schön, dass ich doch nochmal vorbeikomme. Ob es denn schon das letzte Mal war?
Ich hab keine Lust auf letzte Male. Abschiede sind doof.
Und es ist viel zu früh um darüber nachzudenken.
Nur ist es naheliegend. Seit letzter Woche ist Voluntärin Nr. 2 hier eingetroffen und wenn sie neu anfängt heißt das, ich hau bald ab. Irgendwie logisch. Aber doch unglaublich. Probelauf ist im Moment angesagt, viel ändert sich nicht, nur dass ich viel erklären muss. Dinge, die mir selbst mal erklärt wurden, die ich nachgefragt habe. Alter Hase hilft neuem Hasen. Eigentlich schon ein gutes System.

Wie ich mir sonst immer so die Zeit vertreibe?
Mit Museen, Reisen ans Meer, Picknicken, Ausstellungen, durch die Stadt schlendern, wunderschönen BOY-Konzerten, Pubs/Bars/Cafés mit Lisa, einer Französin die ihr EVS in Bulgarien gemacht hat und ihren Freunden Julie und Maurine, mit Martin aus Marylebone, mit Karo aus dem East End, mit Caroline aus dem hübschen Städchen Alton, südwestlich von London und Ulla, dem neuen Mädchen und anderen Freiwilligen. Kaum mehr eine ruhige Minute in letzter Zeit, deshalb glaub ich verfliegt die Zeit auch so unfassbar schnell. Aber ich will alles mitnehmen. ALLES.
und jetzt: Fotos.


Weg zum Lieblingshausbesuch, draußen aus London, drin im Land.


Auch auf dem Weg: herrschaftsliches Internat für Jungs. Da weißte bescheid, wo die mal studieren.


Alton, Caroline's Heimat zur Zeit hat eine eigene Dampflok :)

Alton City ;) aber nette Cafés und Geschäfte haben sie da wirklich!

Sonntag, nach einer gemütlichen DVD-Nacht und ruhigem Schlaf wegen keiner Geräusche (!): Welcome to Brighton. und Brrrr past ganz gut: es war eisigkalt, kälter als an Weihnachten hier!

Aber schön, das war's trotzdem.

Caro :*



Schatzsucher? Ehering verloren? Bombensucher? Seltsamer Mensch.


Definitiv! :D


Auch in Brighton. Außen indisch, innen chinesisch.

Habe diese Herzen immer überall gesehen, auf allen möglichen Gegenständen. Es heißt, dass es offiziell geprüft ist vom britischen Staat, aha, wieder was gelernt.


puschelige Mandelblumen

Oldtimer-Treffen in Brighton.


Wie man das wohl hier ausspricht?


hübsches kleines Café, ne?


Goodbye beautiful Brrrrighton.

London, I love you.

Immer wieder schön, dieser Hyde Park.

Reiher pflanzt auf Weide und reihert rum.

Das ist der Funpark in Southend-On-Sea, war dort mit 6 anderen Freiwilligen, noch mehr Meer sehn.



Längster Steg der Welt. Zahl 2 Pfund und geh 2 Kilometer.

Überall einfach, überall. England/Union Jack Flaggen all over the place. Das königliche Jubiläum naht, deshalb.

Ich liebe den englischen Häuserstil.

Volunteers on tour.

Picknick mit Au-Pairs und Ulla auf dem Primrose Hill. Toller Blick über die Stadt!

Lacoste-Filiale, alles klar.


Die zwei Ritterlein und viele andre Rüstungen, Gemälde, edle Möbel und alte Waffen befinden sich in der Wallace Collection in Marylebone. Ein eher kleineres Museum (die großen hab ich weitgehend durch) aber wirklich empfehlenswert. Hab schon wieder einiges gelernt und was weiteres abgehakt.

Prunk noch und nöcher.


Das ist das Gebäude von außen. Auch nicht hässlich.


Wunderwunderwunderschönstes BOY-Konzert, danke, es war unglaublich. Bestes Konzert auf dem ich bisher war, ja das kann ich wirklich so sagen.



Supertolles Sweeny Todd Musical, ich war begeistert! Sogar mit Blut und den gleichen Liedern vom Film und mit Musical-Größe Michael Ball und: Imelda Staunton. Die kommt euch irgendwie bekannt vor? Klar, ist ja auch Dolores Umbridge aus Harry Potter in den Filmen ;) sie hat das absolut gut gemacht. Sehr Gutes Musical, empfehlenswert!  

5 Sterne für diese Frau. Hat getanzt und gesungen und war gar nicht krötig und nervig wie bei Potter. Tolle Besetzung für Mrs. Lovett (die im Film übrigens von Helena Bonham-Carter, also Bellatrix Lestrange gespielt wird ;)


Überraschung im Büro! Die totgeglaubte Kaktee hat angefangen zu Blühen! Habe wohl doch einen grünen Daumen ;)

Leere Overground.



Büchershop in Hackney. Letztes Mal dagewesen, bei dem Hausbesuch :(




Viele Küsse nach Hause und in die Welt. Ich krame noch in Unisachen jetzt. Seuftz, da hilft ja eh nix.