Raus! Raus! Raus aus London! Schrie die Sonne und ich hab gehorcht. Raus hieß erst mal: Essex, ab auf die Farm, das Lambourne End, Konfirmanden betreuen. Ich war also Leihgabe an die Deutsche Gemeinde London West.
Da hatte ich zuerst kleine Bedenken, aber nur des vorösterlichen Themas wegen. „Tod und Jenseitsvorstellung“. Wie beginnt man so ein Thema mit jungen Heranwachsenden Kindern aus Petersham (Westlondon) und Cambridge? Wie bringt man sie ins Gespräch und zum Nachdenken über etwas, das aus Kinderaugen gesehen noch so fern wirkt? Mit Eric Clapton und einem tollen Prinzip, wie ich finde. Jenseitskisten: Gestaltet Umzugskisten so, wie ihr euch den Platz hinter der Tür vorstellt. Es gab gute Gespräche und Beiträge und manchmal dachte ich mir, dass ich solche intelligenten Ansichten als 12-jährige sicher noch nicht hatte. Neben der inhaltlichen Schwere gab es viele leichte Spiele. Das war dann mein Job und der von Lara und Mona, die schon vor ein paar Jahren Konfirmation hatten und jetzt als Helferinnen mitfuhren. Und einen Film gab es, den hatte ich mitgenommen und er passte wie kein andrer zum Thema: Wer früher stirbt ist länger tot war das, nämlich. Etwas makaber, ja, aber die Kinder und vor allem die Teamer mussten unheimlich oft lachen, so wie ich!
Zeit das Land zu genießen hatte ich auch wieder. Spaziergang vorbei an der Farm, an Pferdis und Zäunen, Karnickel-Bauten (tausende Löcher im Boden, wirklich!) und Feldern und Wiesen. Und dabei habe ich Marienkäfer gezählt. 21 an der Zahl, so alt bin ich jetzt, aber da waren sicher noch mehr versteckt. Vor allem sind’s die Großen, aber es gibt auch noch ein paar Kleine. Ich find die Großen aber auch ok. Und ich habe Fotos davon gemacht und wenn ihr wollt könnt ihr sie alle ansehen in der Foto-Ecke. Es gab auch noch was und zwar (ihr werdet begeistert sein von den Fotos wobei, in echt waren sie noch süßer, die kleinen, gepunkteten) Ferkelchen! Ganz viele, die ganz viel rumwuseln und niedlich aussehen. Kleine Zicklein hatten sie auch.
Wir nicht so, nein, ehrlich. Die Konfis dieses Mal waren irgendwie braver und folgsamer. Wobei, die Jungs nicht unbedingt, aber das wäre auch zu viel erwartet gewesen in dem Alter.
Lustig war’s vor allem mit den andern Teamern, es gab die „Süddeutsche Mafia“ (Ulm, Augsburg, Schwäbisch-Gmünd und Marktl) und ein Nordlicht, aus Wilhelmshaven. Abends wurde/n eine oder zwei gute Flaschen Rotwein genossen (Wie bitte?? Werden sich manche von euch jetzt fragen, die lügt doch, die mag doch gar keinen Rotwein. Aber irgendwie jetzt doch, macht das Sinn? Nee, aber der war superlecker und vielleicht bin ich jetzt erst alt genug? ;)) mit Chashew-Kernen abgerundet. Wisst ihr eigentlich, wie die wachsen? Nein? Das ist wirklich außergewöhnlich und keiner glaubt’s zunächst. Also hab ich dann ein Foto für euch ;)
Das Wetter war und ist und soll bleiben: traumhaft schön. So warm, da waren Jacken überflüssig und Sonnencreme wäre angebracht gewesen…
…die hätte ich auch auf dem EVS-Training von Montag bis gestern brauchen können, aber davon erzähle ich euch ein andermal. Jetzt warte ich nämlich noch ein bisschen und dann ist Tea Morning und zwar der letzte, an dem die liebe Lina teilnehmen wird. Das ist ein sehr trauriger Gedanke, weil London ohne sie nicht das gleiche sein wird. Und weil ich dann noch eine Freundin vermissen werden muss. Es gibt zwar Pläne, sie im Norden zu besuchen, aber das Lina-Laune-London hat erst einmal Pause. Ich wünsch dir alles Gute für deine Weiterreise, liebes Lina-Kind. Danke für die schöne Zeit, das Zuhören, das Lachen, das Entdecken, die tollen Fotos, die guten Ideen, die gemütlichen Tage, die aufregenden Tage, für deine Freundschaft. Danke einfach für alles.


