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Paint a picture, clear cut and pale on a cold winters day, shapes and cool light wander the streets, like an army of strays on a cold winters day. Will you let me romanticize the beauty in our London skies? You know the sunlight always shines behind the clouds of London skies.

Montag, 9. Juli 2012

Wenn nachts die Gedanken kreisen.


Ich bin eingezwängt. Eingezwängt zwischen sofort zu Hause sein und eigentlich gar nicht gehen wollen. Es wird einfach aber Zeit, dass ich heimkehre. In die Heimat, die eine solche für 20 Jahre lang war. Denn ich bereite mich seit über zwei Monaten darauf vor zu gehen. Der Augenblick dafür soll endlich anfangen. Ich bin bereit. Ich hab meine Liste von oben nach unten durchgearbeitet. Die in meinem Kopf nämlich. Habe meine großen Vorhaben abgehakt und weitergesucht nach neuen Abenteuern und Ideen.

Ich habe die Zeit, die ich hier geschenkt bekommen habe, ausgenutzt und dabei nicht das Träumen und Faulenzen und vor allem Genießen vergessen. Vroni, du Genießerin, sagt Lena zu mir. Und mal wieder hat sie genau die richtige Beschreibung für mich getroffen.

Egal zu welchem Ort das Leben mich führt, ich kann ihn genießen, ihn und den Augenblick. Ich kann ihn einatmen und aufnehmen. Die Augen schließen und ihn festhalten und mir denken, ja, sollte ich einmal wieder über diese Erinnerung stolpern werde ich noch genau wissen, wie es sich angefühlt hat.

Ich mach auch jetzt noch sehr schöne Unternehmungen, wirklich. Aber irgendwie ist die Luft raus. Ich bin ständig drauf und dran Sachen zum letzten Mal zu machen. Von manchen weiß ich es wohl nicht einmal. Wohl wache ich irgendwann mal nachts schweißgebadet auf und denke, mist! dahin wolltest du noch (und nicht etwa, weil zu Hause ein großartiger Sommer angesagt ist).

Aber dann ist da der Gedanke, der sofort angeboten wird: du kannst ja wieder kommen. Und das kann ich tatsächlich. Ich kenne die Stadt. Ein Jahr ist genug dafür. Nicht endgültig, aber eben erst mal.  Wie gerne würde ich an vielen Orten für ein paar Monate bleiben können, um sie ganz und gar kennen zu lernen. Eine Woche oder gar nur ein Wochenende Urlaub ist gar nicht genug.

Irgendwann packt mich das Reisefieber aber immer und ich muss los. Doch im Moment will ich eigentlich nur ankommen. Weil es sich anbahnt und abzeichnet und es sich mittlerweile eher mühevoll anfühlt, auch wenn es Spaß macht hier zu sein.

Die Tage fliegen nur so dahin, seitdem ich nach Irland geflogen bin noch schneller als zuvor. Sicher, wenn ich dann zu Hause bin werde ich denken, ach, so ein paar Wochen mehr hätten nicht geschadet. Aber das ist ok. Das heißt dann ja, es war ein gutes Jahr. Und das war es wirklich. Unglaublich, eigentlich, dass ich wirklich das gemacht habe, was ich mir erträumt hatte. Ich hab es einfach angepackt und wahr gemacht. Es ist gut zu wissen, dass ich das kann. Das werde ich mir merken und später wieder benutzen. Gegen oder für mich selbst. Genauso wie die anderen vielen Dinge, die ich gelernt, kennenglernt habe.

Man hört das ja so oft und wiederholt es selbst ständig. So ein Gap-Year prägt, es formt, es zeigt dir Grenzen und Stärken und Schwächen verändern sich oder zeichnen sich tiefer ab. Man beschäftigt sich mit sich selbst, mit seinem neuen selbst, mit einer neuen Umgebung und neuen Situationen. Das klingt abgedroschen und wie Dinge, die man eben sagen muss, weil das ein gesellschaftliches Faktum ist. Aber manchmal ist es eben genau das, die Wahrheit.

Jetzt lege ich dann doch wieder meinen müden Kopf aufs Kissen, der trotzdem nicht richtig schlafen wollte. Zu viele Gedanken kreisen darin und der einzige Weg sie zum Stillstand zu bringen ist anzukommen. Dann kann ich wieder ruhig schlafen und die Heimat genießen. Ich weiß noch genau, wie die sich anfühlt…
Sommer dahoam.

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