
Ach ja und heute war mein letzter Arbeitstag vor meinem Weihnachts-Heimat-Urlaub! Tut gut! Die Vorfreude ist riesig. Übermorgen um diese Zeit sitz ich schon in München :)

Typische vorwochenendliche Unterhaltungen: „Julian will feiern gehen.“ „Hm, ja eigentlich will ich schon auch. Ist ja schon bald Weihnachten.“ „Hey, ich wurde gerade von Ashley the Dread eingeladen! Er is DJ in nem Club in der Old Street. Müssen wir doch ausgehen.“ „Ja, Karo will auch feiern…“ „Ich glaub ich werd krank.“ „Ich bin so müde von gestern, lass lieber nicht feiern gehen, nächste Woche dann nochmal!“ Und am Ende kommt das dabei raus: Lina und Veronika machen sich auf den Weg zur London Bridge, zur italienischen Restaurantkette Vapiano, wo Julian arbeitet. Wir essen dort und quatschen stundenlang bis Julian endlich Feierabend macht, wir gehen einen trinken in dem einen Pub, in den vorher 50 als Weihnachtsmann verkleidete Studenten eingefallen sind (vereinzelte rot-weiß bekleidete fand man drinnen noch vor) und dann geht’s noch nach nebenan. Ins „Katzenjammers“, laut eigenen Angaben ein „authentic Bierkeller“. Ich hab so glacht :D. Es gab Maßen! Echte Maßen. Aber sie heißen hier „Stein“ und es gab Paulaner. Das wollt ich nicht, hab mir an August gekauft und dann haben wir das wilde Treiben beobachtet. Engländer, die so tun, als wären sie Deutsch. Zum totlachen! Sie umklammerten alle ihre Maß, die viel zu groß für sie alle war und jedes Mal wenn sie anstoßen riefen sie „STEEEIIIN!“, weil sie einfach denken, dass macht man so in Bayern :D nach endlosen Lachern haben wir uns in die kalte Londoner Nacht begeben. Um 3 war ich zu Hause. Das war der Plan vom „Nicht-Feiern“.
Für diejenigen, die ihn kennen, habe Jamie Hince gesehen! Frontmann der Band „The Kills“ und neuerdings auch Ehemann von Kate Moss. Er war im Hyde Park WinterWonderLand unterwegs. Das ist ein riesen Rummel hier bei mir um die Ecke, sieht aus wie beim Oktoberfest und das ist nicht zu weit hergeholt. Die Fahrgeschäfte sind nämlich die exakt selben und die Sicherheitsinstruktionen sind alle auf Deutsch und es heißt immer „Ausgang“ und „Eingang“. Dann gibt es das fast tödlich glitzernde „Alpen Hotel“ und das Bavarian Village, wo man Bratwürstl, Glühwein und bayrisches Bier kriegt zu unmöglichen Preisen. Aber das ist man hier ja schon gewohnt.
Mich beschleicht hier beim Schreiben gerade das Gefühl, London will mir Heimweh machen. Schafft es nicht, dafür mag ich es zu gerne. Aber Deutschland wird hier richtig populär. Ein Umdenken findet statt. Deutsche Kunst wird neuerdings gehyped, Gerhard Richter hat eine groß beworbene Ausstellung in der Tate Modern, im Time Out Magazine wird ständig irgendetwas hervorgehoben, das deutsche Künstler beinhaltet. Man wird beim Flohmarkt angesprochen, ob man Deutsch ist und nicht beschimpft oder skeptisch angeblickt sondern bewundert. Meine Senioren sind eigentlich das perfekte Beispiel. In jungen Jahren kamen vor allem Frauen nach London, waren dort Au-Pair für ein Jahr oder Krankenschwester, haben sich verliebt und blieben der Stadt und dem YMCA treu. Heute wie damals sitzen Engländer neben Deutschen und sie verstehen sich prächtig. Langjährige Freundschaften haben sich entwickelt, das Thema Krieg ist kein Tabu sondern wird immer mal wieder angesprochen. Man weiß, dass beide Seiten gelitten haben und versucht, beide Kulturen zu integrieren. Erfolgreich.
Mein Arbeitsleben gerät in meinen Artikeln irgendwie oft in den Hintergrund. Zurecht dieses Mal aber. Ich habe eine Woche lang im Weihnachts-Shop gesessen und Restposten vom Samstag verkauft. Es kamen nicht wirklich viele Leute, manchmal ein richtiger Ansturm, dann wieder 2 Stunden nichts und niemand. Die Leute, die aber gekauft haben, haben ordentlich zugegriffen, sodass sich das Ganze schon noch gelohnt hat. Ich war nicht alleine. Harry Potter war bei mir (bin schon beim 3. Buch jetzt!) und immer zwei oder drei Oldies. Außerdem ist PETER endlich wieder aus Australien zurück!! Juhu! Einer meiner Lieblinge. Er war ein Monat unterwegs down under, dort hat er lange gewohnt. Ab jetzt gibt es wieder Peter’s Music mit Peter himself :)
Ach und mein Adventskalender dient als idealer Countdown! Noch 10 Tage und ich fliege Richtung Heimat. Auch wenn London ein neues Zuhause ist (fühle mich mittlerweile richtig wohl und kann sagen, ich habe mich endgültig eingelebt. In die Arbeit, das Hotel, die Leute, die Freunde und die Stadt. Das tut richtig gut.), so is „dahoam einfach dahoam“ ;) in diesem Sinne, Guten Mittag!
Und, laut Statistik wird mein Blog am dritthäufigsten von Russland aus besucht. Was?


Sie lebt jetzt in Schottland und haut mich von da aus erst mal um. Ein Mädchen, das ich von meinem Ausreiseseminar in Würzburg kenne schrieb heute, dass wir jetzt im Dezember bald alle 4 Monate im Ausland unterwegs wären, und dass dies ja schon ein Drittel von unserem einmaligen Jahr hier wäre. Ach quatsch denke ich mir, schüttle den Kopf und zähle nach: September, Oktober, November, Dezember. Oh, wow. Tatsächlich. Wann ist das denn passiert? Vielleicht sollte ich meinen Text mal ändern, den ich allen neugierigen Fragern herunterrattere: „Seit knapp 2 Monaten bin ich schon hier!“ so geht der. Habe ihn bis jetzt konsequent benutzt. Außerdem krabble ich jetzt nur noch 2 Montage lang vom Wochenende müde aus meinem weichen Bettchen. Denn dann, oh ja, dann wache ich 10 Tage lang im alfransederischen Traumbettlein auf (wahlweise auch wo anders, in München mal und in Haiming vielleicht ). Und darauf freue ich mich schon riesig! Weihnachten mit der Familie am 24. und die große Runde bei Opa am 26.! Und Silvester mit den Mädls, die glücklicherweise ALLE nach Hause kommen, von wo auch immer sie aus der Welt einfliegen müssen. Für all diese schönen Momente und Tage lohnt es sich definitiv, die große, glitzernde Stadt zu verlassen und ich komme ja wieder. Für zwei weitere Drittel.
Ich bin heute besonders müde, weil die letzte Woche ja uranstrengend war. Der Weihnachtsmarkt am Samstag war unglaublich schön. Habe mich so gefreut, meine (alten) Freunde wieder zu sehen. Alle sind gekommen! Diese Woche ist jetzt noch der Weihnachtsshop geöffnet, wo wir die Restbestände verkaufen und alle fancy Christmas-Songs hören. Zum Schluss noch ein paar kleine Impressionen vergangener Zeiten:
Von wegen man nimmt zu an Weihnachten! Das effektivste Workout überhaupt kriegt man da. Glaubt ihr nicht? Hier ist der Beweis, ich habe heute schon:
- Stollen-Gewicht gehoben
- Karton-weitwerfen veranstaltet
- Preismarkerl-Pistolen-Duell gefochten
- Leiterwagen Staffellauf gespielt mit Lebkuchen und seinen Freunden
- Bin Karton-Trampolin gehüpft
- und habe Hardcore Staubgesaugt
und das alles nur für unseren Weihnachtsmarkt am Samstag. Schön sieht’s schon aus, morgen wird das Ganze noch perfektioniert.
Abends haben wir mit den Oldies „Pine Arrangements“ also Tannengestecke gebastelt zum Verkauf. Meinen fand Udo am Schönsten, hat er mir leise verraten :) schön Christmas Carols haben wir natürlich dabei auf’s Ohr bekommen. Huiui!
Habe beschlossen Süßes zu fasten bis Weihnachten. Eieiei und das bei all den Kuchen, Keksen und jetzt auch Weihnachtsgebäck aus Deutschland, dass ich verkaufen soll. Aber ich bleibe stark! Und sonntags darf ich etwas naschen :)
Gestern war auch ein lustiger Nachmittag (nach anstrengendem Saal herrichten für den Markt). Habe den Oldies meine Musik um die Ohren geknallt :D habe natürlich verdauliches genommen, manche Sachen haben ihnen richtig gut gefallen, manche gar nicht ;) wie Frightened Rabbit zum Beispiel, die singen ihnen zu falsch. Und LaBrassBanda war „Bavarian Rap“, was sie zwar erstaunt hat, wie schnell man singen kann, aber ihnen sonst nichts abgewinnen konnte. Sie mochten Regina Spektor, die Beatles, Ludovico Einaudi, das Harry Potter Titellied und auch Eddie Vedder!
So und jetzt noch etwas, dass ich euch schon ewig zeigen wollte. Ein Gedicht, dass ich vorgelesen habe bei meinem Bayern-Vortrag. Eine der englischen Damen liebt die bayrische Sprache und hat sich lange hingesetzt und es mühevoll und genau ins Englische übersetzt und mir dann abgeschrieben, sodass ich auch eine Kopie habe :) Jetzt kann ich es auch endlich rechtfertigen, es zu posten. Es heißt Advent von Wolfgang Ammer.
When the powdered snow in all its beauty
Transforms the homeland into a work of art
The people then relax from household duty
And sit beside their fire and coax at its heart.
The children send their wish list off to Santa
And then they count the days as they pass by.
But all too soon they’re full of expectation
And then they wish each day would learn to fly.
The ice flowers on the windows glitter
The peoples purses soon become lightweight
The people eat too much and would be fitter
Once time has passed, they will try and improve their state.
From shop to shop the crazy people run
They drink mulled wine and burning lips aren’t fun.
Once Christmas is here their crazy time is done.
Mit diesen Worten, einen schönen Dezemberanfang euch allen da draußen.
Winke winke!